Mehr als 1000 sportlich Interessierte nahmen an der großen Veranstaltung des Sportbundes teil

FREIZEIT: Aktionstag für die Frauenquote

31.05.2010 | Märkische Allgemeine Zeitung / Werner Schmidt

FALKENSEE - Sport in allen Facetten und vor allem – bei schönstem Wetter. Vielmehr wollten die mehr als 1000 Teilnehmer beim Aktionstag für „Mädchen und Frauen im Sport“ nicht. Es war der 18., den der Landessportbund organisierte, aber der erste im Havelland. Dass der dann ausgerechnet in der Falkenseer Diesterweg-Grundschule stattfand, freute Bürgermeister Heiko Müller besonders: „Falkensee ist eine Familien- und eine Sportstadt. Deshalb ist es gut, dass der Aktionstag hier stattfindet“, sagte er.

Trotz der formalen Beschränkung des Aktionstages auf Mädchen und Frauen durften auch Jungen mitmachen. Sebastian Wieland (9) und David Karagdai (8), die beide die Diesterweg-Schule besuchen, versuchten am Stand des Frauenhauses die größten Seifenblasen zu produzieren. Dafür nahmen sie einen Tennisschläger ohne Saite zu Hilfe und ließen den Wind für sich arbeiten.

Viele große und kleinere Sportbegeisterte erklommen die mit rund 8,60 Meter höchste mobile Kletterwand Europas. Diese hatte schon tags zuvor auf dem Vorplatz der Stadthalle für den Aktionstag geworben.

Wenn man so will, ist der Aktionstag eine riesengroße Reklameveranstaltung. Es wird geworben für Sport, Bewegung und Gymnastik. „Im organisierten Sport fehlen Angebote für Mädchen und Frauen. Wir bieten daher diesen Aktionstag an, damit sich Frauen ein Bild machen, was es gibt und reinschnuppern können“, sagte Martina Butzek, die beim Landessportbund für Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist.

Am Stand der Bogenschützen versuchte sich Regina Bigalke, die zum ersten Mal ein solches Sportgerät in der Hand hatte und mit dem Ergebnis ganz zufrieden war. Überhaupt zeigte sich die Politprominenz recht sportlich. Egal ob CDU-Landtagsabgeordnete Barbara Richstein zum wiederholten Mal die Kletterwand erklomm oder Ursula Nonnemacher von den Grünen beim gemeinsamen Bewegungstraining flink wie ein Eichhörnchen hin und her hüpfte.

Ob die Schönwalder Cheerleaders oder die Kick-Boxer des SG Brieselang – alle zeigten, dass Bewegung und Sport in jedem Alter möglich ist. Und weil das nie lautlos vonstattengeht, zeigte Stimmtrainerin Silke Volkmann den Zusammenhang von Stimme, Stimmung, Haltung und Bewegung auf. Sobald man beim Reden die Hände hinzunimmt, also das Gesagte mit Gesten unterlegt, erhält die Stimme eine andere Klangfarbe. Was das mit Sport zu tun hat? In ihre Seminare kommen auch Trainer, die sich beibringen lassen, wie sie ihre Schützlinge dazu bringen, ihnen noch aufmerksamer zuzuhören.