PRESSEMITTEILUNG Rot-Rot stimmt im Landtag gegen eine schnelle Verbesserung der Betreuungsqualität in Brandenburger Kitas

30.01.2015, 09:34 Uhr

Forscher sind sich einig, dass eine erfolgreiche Bildung von Kindern bereits in der Kita beginnt. Entscheidend sei dabei in erster Linie die Qualität der Betreuung, die hauptsächlich vom zahlenmäßigen Verhältnis von Erziehern zu Kindern abhänge. Dieser Erkenntnis hatte sich scheinbar auch die Politik angeschlossen, wurde doch im letzten Landtagswahlkampf von allen Politikern und über alle Parteigrenzen hinweg, eine Erhöhung des sogenannten Betreuungsschlüssels versprochen. Mit anderen Worten: es sollten mehr Erzieherinnen und Erzieher eingestellt werden.

Die Forderung nach mehr Personal in Brandenburger Kitas macht auch Sinn, immerhin gehört Brandenburg im bundesweiten Vergleich zu den Schlusslichtern in dieser Hinsicht. Doch wie es so oft mit den Versprechen aus Wahlkampfzeiten ist – sie geraten nach dem Wahlabend schnell in Vergessenheit. Die Erhöhung des Betreuungsschlüssels hat es jedoch als offizielles Vorhaben der Landesregierung in den Koalitionsvertrag von SPD und Linken geschafft.  Trotzdem lehnte Rot-Rot in der letzten Woche einen Antrag von CDU und Grünen, dieses Vorhaben auch zügig umzusetzen, im Landtag in Potsdam ab.  
 
Die Falkenseer CDU-Landtagsabgeordnete Barbara Richstein zeigte sich darüber verärgert. Die Einstellung von Erzieherinnen und Erziehern brauche einiges an Zeit, so Richstein, da gelte es, so früh wie möglich die richtigen Weichen zu stellen. „Eine baldige Verbesserung der Betreuungssituation in den Kindertagesstätten im Havelland wird es nach dieser Entscheidung nicht geben“, sagte Richstein enttäuscht. Besonderes Unverständnis zeigte die CDU-Politikerin für die havelländischen Abgeordneten Udo Folgart (SPD) und Andrea Johlige (Linke). Aus dem Sitzungsprotokoll ginge hervor, dass beide gegen die beantragte Verbesserung des Betreuungsschlüssels gestimmt hätten, beschwerte sich Richstein. „Die beiden verstecken sich hinter den fadenscheinigen Ausflüchten der rot-roten Landesregierung, die neue Erzieher nun erst in drei Jahren einstellen will, um Geld zu sparen. Im Wahlkampf haben sie noch anderes versprochen.“ 
 
Trotz allen Ärgers kündigte Richstein an, dass sie nicht resignieren wolle. „Wir werden uns weiter dafür einsetzen, dass die Kinder nicht noch drei weitere Jahre auf eine Verbesserung warten müssen.“ Es bleibt abzuwarten ob diese Bemühungen von Erfolg gekrönt sein werden. Bis dahin bleibt Brandenburg wohl auch weiterhin unter den Schlusslichtern im bundesweiten Vergleich.