Barbara Richstein und Uwe Feiler loben Arbeit des Mehrgenerationenhauses in Falkensee und kritisieren fehlende Förderbereitschaft des Landes Brandenburg

10.06.2015, 15:27 Uhr | Hans-Peter Pohl | Wahlkreisbüro Nauen Uwe Feiler MdB
Ulf Hoffmeyer-Zlotnik (Bildmitte) im Gespräch mit Barbara Richstein und Uwe Feiler
Ulf Hoffmeyer-Zlotnik (Bildmitte) im Gespräch mit Barbara Richstein und Uwe Feiler

Anlässlich ihres Besuchs des Mehrgenerationenhauses in Falkensee lobten der Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises Oberhavel/Osthavelland Uwe Feiler und die Falkenseer Landtagsabgeordnete Barbara Richstein, beide CDU, das Mehrgenerationenhaus Falkensee „als  Anlaufstelle und Treffpunkt für alle Generationen, als Netzwerk  lokaler Akteure und Anbieter generationenübergreifender Dienstleistungen.“  

Das Mehrgenerationenhaus Falkensee wird unter der Regie des örtlichen ASB geführt. Dessen Geschäftsführer Ulf Hoffmeyer-Slotnik und die Pädagogische Leiterin Bettina Hegewald stellten den beiden Abgeordneten das Projekt vor, bei dem „die gesamten Abläufe eines Familienlebens vom Baby bis zum Rentner betreut werden.“ Dessen besonderer Erfolg, so Hoffmeyer-Slotnik, liege in der Vernetzung privater und freiwilliger Initiativen mit öffentlichen Leistungen, Angeboten von Vereinen, Wohlfahrtsverbänden und privaten Anbietern. Junge Familien fänden Angebote zur Kinderbetreuung, aber auch Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch mit anderen Eltern. Älteren Menschen werde es ermöglicht, aktiv am Leben teilzunehmen, zum Beispiel als sogenannte Leihgroßeltern oder könnten auch Hilfe und Unterstützung finden, ergänzte Bettina Hegewald.
 
Ein neuer Schwerpunkt der Arbeit sei ein Angebot des neu gegründeten Lokalen Netzwerkes für Demenz-Betreuung in Falkensee unter der Leitung von Else Schmidt an Familien, die an Demenz erkrankte Angehörige zuhause betreuten. Auch hier werde auf die Kombination von professioneller und ehrenamtlicher Hilfe gesetzt. Um dieser Aufgabe gewachsen zu sein, würden die ehrenamtlichen Helfer von der Alzheimer Gesellschaft geschult.
 
Das Mehrgenerationenhaus in Falkensee ist eines der 450 vom Bund seit 2006 initiierten und geförderten Einrichtungen. Er unterstützt jedes Mehrgenerationenhaus mit einem jährlichen Zuschuss von 30.000 Euro aus Bundesmitteln und Geldern des Europäischen Sozialfonds, weitere 10.000 Euro kommen in Brandenburg von den Kommunen. Da eine Dauerförderung seitens des Bundes eigentlich für eine solche Einrichtung nicht zulässig ist, verhandelt er seit geraumer Zeit mit den Ländern um eine Verstetigung der Finanzierung durch die Länder und Kommunen im Rahmen der angestrebten Neuregelung der Bund-Länder-Finanzbeziehungen. Uwe Feiler, Mitglied im Finanzausschuss des Bundestages, ist an diesen Verhandlungen beteiligt und zeigt sich zuversichtlich, dass es bis zu einer umfassenden Neuregelung auch für 2016 wieder gelingen wird, die Projektförderung durch den Bund in den Haushalt einzuplanen. Kein Verständnis hat er wie auch Barbara Richstein dafür, dass das Land „trotz des eigentlich geringen Aufwandes nicht in die Förderung der 22 Mehr-Generationen-Häuser in Brandenburg einsteigen will. Mit einer Förderung von z.B. nur jeweils 10.000 Euro pro Jahr würde es eine erfolgreiche Kooperation von privatem und öffentlichem Engagement stärken. Aber dieser besondere Kooperationscharakter ist wohl der Grund, warum seitens des Landes wie bei vergleichbaren Projekten auch eine Förderung unterbleibt“, kritisiert Barbara Richstein fehlende Ansätze im Landeshaushalt, der diese Woche im Landtag debattiert wird.