Europa sorgt aktuell vor allem für negative Schlagzeilen. Erst die Finanzkrise, dann Griechenland, die Flüchtlingskrise und das Erstarken extremer Parteien in einigen Mitgliedstaaten. Dieser Entwicklung zum Trotz hat sich im vergangenen Jahr der Kreisverband Havelland der Europa-Union Deutschland gegründet. Mit einigem Erfolg, denn inzwischen zählt der Verein im Havelland 33 Mitglieder und hat bereits mit einer Reihe von Veranstaltungen auf sich aufmerksam gemacht.
Am heutigen Sonntag lud die Europa-Union im Havelland zu ihrem ersten Neujahrsempfang ins Haus Am Anger nach Falkensee.
„Es muss ein Ruck durch Europa gehen“, forderte der Vorsitzende Hans-Peter Pohl in seiner Ansprache vor den Mitgliedern und Vertretern aus Politik und Gesellschaft. Schon lange war ein Engagement für die Vereinigung Europas nicht mehr so dringend notwendig, wie es heute notwendig ist, so Pohl. „Die Flüchtlingsströme lassen sich nicht national bewältigen, ebenso wenig der Klimaschutz oder die Folgen der Globalisierung. Da können wir Europäer nicht in nationale Kleinstaaterei zurückfallen“, begründete Pohl seine Forderung. Europäische Kommission und Europäisches Parlament müssten nachdrücklicher denn je die Prinzipien und Grundwerte Europas verteidigen und die nationalen Regierungen daran erinnern, welche Nutzen Europa jedem einzelnen Land und seinen Bürgern stiftet: Frieden, Freiheit, Demokratie, Wohlstand und soziale Sicherheit.
Auch politische Prominenz aus dem Havelland war beim Neujahrsempfang der Europa-Union vertreten. So nutzten die Landtagsabgeordnete Barbara Richstein, die Bundestagsabgeordneten Uwe Feiler und Harald Petzold sowie der Stellvertretende Landrat Roger Lewandowski die Gelegenheit zum Gespräch.
„Wir verstehen uns als überparteiliche Bürgerinitiative und wollen Europa im Havelland anfassbar machen“, bekräftigte Hans-Peter Pohl das Engagement und gab einen Ausblick auf die in diesem Jahr geplanten Aktivitäten des Vereins. Am 26. Februar lädt die Europa-Union Havelland in Zusammenarbeit mit dem Potsdamer Informationszentrum Europe Direct zu einem Bürgerforum „Europa kontrovers“ nach Falkensee. Ebenfalls in Falkensee ist am 7. Mai, am Vortag des Europatages, ein Europa-Fest geplant. Auch weitere Veranstaltungen mit Schülerinnen und Schülern im Havelland sowie eine Bürgerfahrt nach Brüssel und Straßburg sind geplant.